abgründig II

Den Ursprung suche ich zu schnappen.
Doch jedes Mal entwischt er mir.
Und wenn ich denke: „Diesmal wird es klappen.“
Dann komm’ ich hin, doch er ist nicht mehr hier.

Er hat sich hinter meinen Horizont verzogen,
so scheint es, doch er ist der Horizont:
Komm ich zu ihm, seh’ ich nur Meer und Wogen,
und er grüßt mich von Ferne, den ich nicht erreichen konnt’.

So wende ich mir selbst mich zu.
Dort, denk’ ich, kann der Ursprung nicht entfliehen.
Ich suche in mir drin, geb’ keine Ruh’,
und finde endlich was, der Lohn der Mühen.

Tief in mir drin ist aller Dinge Grund,
wo Antwort sich auf alle Fragen findet.
Ich schau’ genau und seh’: Auch dort ist nur ein Schlund,
wo jeder feste Halt verschwindet.

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